Räume sichern

Die Errichtung von Wildquerungshilfen macht nur Sinn, wenn die Raumordnung diese bei zukünftigen Umwidmungen im Alpen-Karpaten-Korridor berücksichtigt. Kommt es z. B. im Bereich von Wildquerungshilfen zur Umwidmung von Grünland in Bauland, werden diese Querungshilfen vom Wild nicht angenommen.

Der Verlauf des Alpen-Karpaten-Korridors und seine Freihaltung im Rahmen der Raumplanung wird von den Raumplanungsstellen der Länder Niederösterreich, Burgenland und von der Slowakei berücksichtigt. Dazu wurde vom Weinviertel Mangement und der Technischen Universität Bratislava ein Raumplanungshandbuch herausgegeben.

Im Burgenland ist seit 1.1.2012 das neue burgenländische Landesentwicklungsprogramm - LEP 2011 in Kraft! Als wesentliches Instrument der überörtlichen Raumplanung stellt es die Weichen für die nachhaltige Entwicklung des Burgenlandes bis 2020. Sein Leitbild “Mit der Natur zu neuen Erfolgen“ zielt auf die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie ab.
Das LEP 2011 ist unter breiter Beteiligung der Städte und Gemeinden sowie von Kammern, Verbänden, Vereinen, der Politik und der Öffentlichkeit entstanden. Im Zuge des AKK-Projektes konnte auch der Alpen-Karpaten-Korridor im LEP-Ordnungsplan verankert werden – ein wichtiger Meilenstein für das Projekt!

Die Broschüre zum LEP 2011 findet sich unter folgendem Link:              LEP 2011.pdf

In Niederösterreich wird der Verlauf des Alpen-Karpaten-Korridors in der Raumplanung in den Regionalen Raumordnungskonzepten als „Hauptachse Überregionaler Wildtierkorridore, gemäß NÖ Naturschutzkonzept“ ausgewiesen, nähere Erläuterungen finden sich im „Naturschutzkonzept Niederösterreich" (Amt der NÖ Landesregierung/Abt. für Naturschutz): NOE Naturschutzkonzept.html   

Auch in der Slowakei konnte die künftige Berücksichtigung des AKK in die Raumplanung integriert werden. So wurde der AKK im "System der ökologischen Stabilität", das ein System der Lebensraumvernetzung in der Landschaft abbildet und eine Grundlage für die Raumplanungpläne darstellt, berücksichtigt.

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Damit die Tiere ungehindert ihrer Route folgen können, müssen sie auch geeignete landschaftliche Strukturen vorfinden. So bieten intensiv landwirtschaftlich genutzte Gebiete meistens keine Versteckmöglichkeiten für Wildtiere, eingezäunte Flächen können nicht überwunden werden.

Deshalb wurden im Rahmen des AKK-Projektes für das Burgenland und Niederösterreich Studien zu möglichen Habitatmaßnahmen erarbeitet und in der Slowakei umfangreiche Gelände-Begehungen durchgeführt, bei denen der Handlungsbedarf in der Landschaft festgestellt wurde. Alle Maßnahmenvorschläge wurden in den Maßnahmenteil des Aktionsplans übernommen. (siehe Punkt "Maßnahmen planen - Actionplan").

In allen Ländern wurden Beispiel-Umsetzungen durchgeführt. So wurden Gehölze als Leitstrukturen im Burgenland und in Niederösterreich in den Gemeinden der AKK-Engstellen gepflanzt. An Straßen mit häufigen Wildunfällen wurde der Wildschutz verbessert. In der Slowakei wurden wertvolle Wiesen aufgewertet, indem Verbuschung durch Robinien entfernt und so den verschiedensten Tierarten standortgerechter Lebensraum gesichert wurde.

In Niederösterreich gibt es im Rahmen des ÖPUL 2014-2020 für Landwirte der Engstelle Göttlesbrunn-Arbesthal außerdem die Möglichkeit, einer Förderung für die Anlage von Brachen, Obstwiesen oder die Pflege von Wiesen.

Damit naturnahe Bereich im Wanderkorridor den Wildtieren auch wirklich zu Gute kommen, wird vom NÖ Landesjagdverband im Umfeld von Grünbrücken nächtliche Jagd, also zur Zeit, wenn Wildtiere überregional wandern, abgelehnt.